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  Johann Conrad Engelbach,
  Jurist und Hofrat
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Familienchronik
Engelbach
1697
Studium in Straßburg
Johann Conrad Engelbach
Haus Engelbach in Frankfurt Ansichten von Straßburg
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"Mit zwei werten Freunden und Tischgenossen, Engelbach und Weyland, beide aus dem untern Elsaß gebürtig, begab ich mich zu Pferde nach Zabern, wo uns, bei schönem Wetter, der kleine freundliche Ort gar anmutig anlachte."

Die Angaben zu Johann Conrad Engelbach in Goethes Erinnerungen "Dichtung und Wahrheit" sind äußerst spärlich, Geburts- und Todesdatum (1744 - 1802) bei Froitzheim erweisen sich als unrichtig. Eine Nachfrage im Staatsarchiv Saarbrücken erbrachte kein Ergebnis, weil Engelbach, obwohl seinerzeit Hofrat beim dortigen Grafen, in den bisher erschlossenen Dienerlisten nicht erscheint. Es gab keinen Anhaltspunkt dafür, wo und in welchem Rang Engelbach im Anschluß an seine Rückkehr nach Saarbrücken einer Tätigkeit nachgegangen ist. Doch die Suche sollte von Erfolg gekrönt sein.


 

ENGELBACH  Johann Conrad

* Westhoffen, Elsaß ca. März 1735, Sohn von Dr. jur. Johann Conrad Engelbach, Advokat, und Sophia Sabina Louisa Aulber, + Frankfurt am Main
23. 7. 1773  ("alt 38. Jahr 4. Monat", Ordentliche wochentliche Franckfurter Frag- und Anzeigungs-Nachrichten, Nro. LXII, Dienstags, den 27. Julii 1773, Anhang...,
Beerdigte hierüben in Franckfurt. Freytags/den  23. dito.
S. T. Herr Johann Conrad Engelbach, J. U. L. Hochfürstl. Nassau Saarbrückischer Rath)
Die handschriftlichen Eintragungen im Totenbuch und der gedruckte Text in den "Frag- und Anzeigungs-Nachrichten" stimmen nicht nur überein, sondern es enthalten die "Nachrichten" auch noch den zusätzlichen Vermerk "4. Monat", so daß sich das Geburtsdatum näher bestimmen läßt. Das exakte Geburtsdatum ist nicht mehr feststellbar, weil "die Kirchenbücher von Westhofen 1870 in Straßburg vernichtet worden sind" (Christian Wolff).
 

Über Engelbachs schulischen Werdegang liegen keine Angaben vor,
vermutlich hat er das Gymnasium in Buchsweiler absolviert. Außer seiner Immatrikulation in Straßburg im Alter von immerhin 35 Jahren ist bisher keine frühere Einschreibung als Student („welcher schon in hohen Semestern gestanden haben muss“, Froitzheim) an einer deutschsprachigen Universität bekannt.

Die Frage, wo er seine juristischen Kenntnisse erworben hatte, die es ihm ermöglichten, im Juni 1770 nach nur kurzem Aufenthalt in Straßburg seine Lizenz in den Rechtswissenschaften zu erwerben, ist derzeit nicht zweifelsfrei zu beantworten. Vermutlich hat er bei seinem Vater, der als Jurist im Verwaltungsdienst stand, "gelernt".

Einen Hinweis auf seine beruflichen Kenntnisse könnte außerdem ein eigenhändiges Schreiben an den Rat der Freien Reichsstadt Frankfurt von
1765 geben, mit dem er sich "Ad amplissimum senatum" (...) "um gnädige Conferierung der vacanten Canzellistenstelle" bei der Stadt mit der Begründung bewirbt, daß "ich schon anderwärts als Registrator (d. h. Archivar) gestanden". Doch diese Bewerbung scheint ohne Erfolg gewesen zu sein, denn in einem weiteren Schreiben von 1768 reicht er ein "Gesuch um Kugelung der vac. Kanzlistenstelle" ein.

Im Staatsarchiv Darmstadt verwahrte Schriftstücke weisen darauf hin,
daß Johann Conrad
ab dem Sommer 1759 als "Cabinetts Cantzlist" in der landgräflich hessen-darmstädtischen Verwaltung in Buchsweiler tätig war; danach in Pirmasens bis zum 18. 7. 1761, anschließend wieder in Buchsweiler, wo er am 28. 6. 1762 schreibt, daß "ich (...) erhaltenem Befehl ohngesäumt nach Saarbrücken mich verfügen (muß)". Ein weiteres Schriftstück vom
30. 6. 1762 nennt ihn den "Registratori Engelbach von Saarbrücken“, dessen Gesuch um Erledigung von ausstehender "Fruchtbesoldung", "Weingehalt" und
"Holzcompetenz" (...) "sogleich zu befriedigen" sei.
In einem eigenhändigen Schreiben an den Herrn "Cammerrath" vom "20ten 9bris 1762 Saarbrücken“ bittet er um Erledigung "meiner Diaeten-
Rechnung".
Ein Rentkammerprotokoll vom 7. 12. 1762 nennt ihn den "nunmehrigen Cammerregistrator zu Saarbrücken Engelbach".

Nachdem er 1765 ein Gesuch um Aufnahme in die Bürgerschaft eingereicht hatte, konnte Johann Conrad am 3. 1. 1766 in Frankfurt den Bürgereid ablegen.

Als er sich am 12. 5. 1770 als stud. jur. in die Straßburger Matrikel einschrieb, tat er dies als Hofrat in Diensten der Grafschaft Nassau-Saarbrücken ("Consiliarius Serenissimi Principis Saaraepontani)" mit Sitz in Frankfurt. Er war neben Lerse (mit diesem weitläufig verwandt) und Weyland Goethes Tischgenosse in der Pension der Schwestern Lauth in der Knoblauchgasse 6.
Durch seinen Eintrag vom 9. 6. 1770 war er cand. jur. und legte am
13. 6. 1770 mit seiner „Dissertatio inauguralis juridica de fidejussore“ das Examen ab. Er beendete sein Studium als lic. jur. am 19. 6. 1770.

Im Anschluß an seine Rückkehr nach Saarbrücken in Begleitung von Goethe und Weyland (siehe Goethe, Dichtung und Wahrheit) erscheint er wieder in Frankfurt, wo er als erster für diesen Jahrgang am 5. 1. 1771 im Verzeichnis der Frankfurter Advokaten eingetragen ist.

Im Frankfurter Stadt-Calender für die Jahre 1771 bis 1773 steht er mit dem Zusatz "J.U.L." neben Johann Wolfgang Goethe auf der Liste der 
"Advocati Ordinarii Jurati", mit Johann Caspar Goethe, dem Vater, auf der Liste der Räte und Residenten (Diplomaten).

Der Eintrag im Totenbuch nennt ihn "Barckhausischer Hofmeister". Heinrich Carl von Barckhaus, genannt von Wiesenhütten, war "Hochfürstlich Hessen-Darmstädtischer geheimer Rat und Creis-Gesandter" und eine einflußreiche Persönlichkeit in der Stadt. Ihm hatte es Johann Conrad vermutlich auch zu verdanken, daß er nicht nur Zugang zur "Hochadeligen Gesellschaft des Hauses Alten-Limpurg" hatte, sondern sogar deren "Cassirer" war.

Zwei Monate nach dem Examen heiratete er am 22. 8. 1770 in Frankfurt
Sophia Dorothea, geb. Wenck, die Witwe des Johann Friedrich Fries, "Chur Pfältzischer Commercien Secretarius, Bürger und Handelsmann allhier".

Seine Witwe, die am 24. 8. 1778 im Alter von 48 Jahren starb, vererbte in ihrem vier Wochen zuvor errichteten Testament ihr in der „Großen Gallengasse“ neben dem Gasthaus „Weißes Roß“ gelegenes Wohnhaus (im fünften Quartier, „Litera E“, siehe Fotos rechts oben) an ihren Bruder Friedrich Ludwig Wenck, Geldbeträge von je 500 Gulden an drei Schwestern ihres verstorbenen Mannes, 1.000 Gulden an die vierte Schwester, Maria Magdalena, die Witwe des Pfarrers Lange, und ihre minderjährigen Kinder (insgesamt 2500 Gulden). Die Tochter Caroline Luise Lange-Engelbach sollte später in Berlin, wo sie bei Hofe als Kammerzofe in Stellung war, den Bildnismaler Friedrich Wilhelm Reuter heiraten; beide sind Urgroßeltern von Ernst Reuter, dem ehemaligen Bürgermeister (1948-1950) und Regierenden Bürgermeister von Berlin (1950-1953).

Heute erhebt sich am ehemaligen Standort des "Weißen Roß" und des Engelbach'schen Hauses, nach dem Eingang vom Roßmarkt zur Großen Gallusstraße, am Rande der ehemaligen Altstadt, ein anthrazitfarbener Turm der Deutschen Bank (siehe rechts oben, in der Bildmitte), im Anschluß daran das Bankenviertel mit u. a. dem Turm der Europäischen Zentralbank (EZB).


Quellen und Bibliographie:

Institut für Stadtgeschichte (ISG), Frankfurt am Main,
Bestand: Ratssupplikationen 1765, Bde I und V, 1768, Bd. 3;
Frankfurter Stadt-Calender 1771-1773;
Häuserverzeichnis 1761;
Bürgerbuch 1766;
Traubuch 1770;
Totenbuch 1773, 1778;
Akten des Reichskammergerichts (RKG), Frankfurter Bestand,
330 (E 29/1354), 573-575, 1779 – 1787 (Sophia Dorothea Engelbach,
geb. Wenck)

Hessisches Staatsarchiv Darmstadt (HStAD),
Bestand: D8, 258/4, Kabinetts- und Hofsekretäre, etc., 1741-1818

Ordentliche wochentliche Franckfurter Frag- und Anzeigungs-Nachrichten,
Nro. LXII, 
27. Julii 1773

Johann Wolfgang von Goethe, Sämtliche Werke, Bd. 10, Dichtung und Wahrheit, Zürich 1977, p. 455 ff.;
Gustav Knod, Die alten Matrikeln der Universität Strassburg 1721-1792, 1897-1902, Bd. 1, p. 86, Bd. 2, p. 448 u. 631;
Johann Froitzheim, Zu Strassburgs Sturm- und Drangperiode 1770-1776,
Strassburg 1888;
Hans Lohne, Frankfurt um 1850, Frankfurt 1976;
Geschichtlicher Atlas von Hessen, 34 a.- Fred Schwind, Frankfurt vom frühen Mittelalter bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts, Marburg 1978;
Fried Lübbecke, Das Antlitz der Stadt: nach Frankfurts Plänen von Faber, Merian, Delkeskamp, Frankfurt 1983;
Barbara Dölemeyer, Frankfurter Juristen im 17. und 18. Jahrhundert,
Frankfurt am Main 1993;

dies., Juristen und Patriziat im alten Frankfurt, in: Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst (AFGK), Bd. 68, Frankfurt am Main 2002, S. 217 ff;
Hans Körner u. Andreas Hansert, Frankfurter Patrizier:
historisch-genealogisches Handbuch der Adeligen Ganerbschaft des Hauses Alten-Limpurg zu Frankfurt am Main, Neustadt an der Aisch 2003

 

ENGELBACH  Jean Conrad

administrateur, (Pl) (* Westhoffen vers 1735, + Francfort-sur-le-Main 23.7.1773). Fils de Jean Conrad Engelbach © 5 et de Sophie Sabine Aulber. oo
à Francfort le 22.8.1770 Sophia Dorothea Wenck, veuve de Johann Friedrich Fries, négociant et conseiller de commerce (Commerzienrat) de l’Electeur Palatin. Etudes secondaires probablement à Bouxwiller. Formation ultérieure inconnue. "Cabinetts Cantzlist" à la Régence des Hesse-Darmstadt de Bouxwiller en 1759, puis à celle de Pirmasens, Palatinat, jusqu’en 1761. Il était de retour à Bouxwiller lorsqu’en 1762 il fut engagé comme archiviste (Cammerregistrator) à la Régence princière de Sarrebruck. En 1765, il postula en vain un emploi à la chancellerie de Francfort, ce pour quoi il s’y fit admettre à la bourgeoisie le 3 janvier 1766. Le 12.5.1770, il s’inscrivit à la Faculté de Droit de Strasbourg comme conseiller aulique (Hofrat) du comte de Nassau-Sarrebruck à Francfort et devint l’ami et le commensal des étudiants J.W. Goethe ©, Christian Lersé ©, son cousin éloigné, et Frédéric Léopold Weyland, futur médecin, à la pension des Demoiselles Lauth, 6 rue de l’Ail. Dès le 13 juin suivant, il soutint sa thèse de licence "Dissertatio inauguralis juridica de fidejussore" et obtint le grade le 19. Après son retour à Sarrebruck, en compagnie de Goethe et de Weyland, il regagna Francfort en 1771 où il figure sur la liste des avocats-jurés, aux côtés de Goethe, et sur la liste des conseillers et résidents (diplomates), aux côtés du père de celui-ci. Par la suite, on le trouve chambellan de Heinrich Carl von Barckhaus dit von Wiesenhütten intime et délégué de Cercle du landgrave de Hesse-Darmstadt, personnalité influente de la ville. Grâce à lui, sans doute, il put entrer comme trésorier (Cassirer) de la très réputée et fermée Société noble Haus                   Alten-Limpurg de Francfort. Sa nièce Caroline Luise Lange-Engelbach, épouse de Friedrich Wilhelm Reuter, est la bisaïeule d’Ernst Reuter, maire de Berlin de 1948 à 1953.

 
Institut für Stadtgeschichte Frankfurt: Ratssupplikationen 1765, t. 1 et 5, 1768, t. 3; Reichskammergericht, Frankfurter Bestand, 330 (E 29/1354), 573-575, 1779-1787 (sur sa femme), Frankfurter Stadt-Calender 1771-1773, Häuserverzeichnis 1761, Bürgerbuch 1766, Traubuch 1770, Totenbuch 1773, 1778; Hessisches Staatsarchiv Darmstadt: D 8, Kabinetts- und Hofsekretäre, etc., 1741-1818; J. W. von Goethe, Sämtliche Werke, t.10, Dichtung und Wahrheit, Zurich, 1977, p. 455 et suivantes;
J. Froitzheim, Zu Strassburgs Sturm- und Drangperiode 1770-1776, Strasbourg, 1888; G. Knod, Die alten Matrikeln der Universität Strassburg 1721-1792, 1897-1902, t. 1, p. 86, t. 2, p. 448 et 631; B. Dölemeyer, Frankfurter Juristen im 17. und 18. Jahrhundert, Francfort, 1993

                                                                                              Michael Engelbach, dans:
                 "Nouveau dictionnaire de biographie alsacienne, no 48 supplément U-Z,
                                                                                        Strasbourg 2007" 

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weißes roß
Gasthof "Weißes Roß",
links dahinter das Haus von
Johann Conrad Engelbach
hawa
Hauptwache mit Bankenviertel,
links die Katharinenkirche
senckenberg
Johann Christian Senckenberg





Dr. J. Chr. Senckenberg
war ein Zeitgenosse von
J. C. Engelbach.
Seine Witwe 
hinterließ in ihrem Testament von 1778 der Senckenbergischen Stiftung
ein Vermächtnis von
50 Gulden.




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