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  Friedrich Aug. Engelbach
urk

Gründungs-

Urkunde
1607
Unihaupt

Universitätsgebäude

siegel

Siegel der
Ludoviciana
1607

mc5_kl

Familienchronik
Engelbach
1697
Friedrich von Bechtold
Theophil Engelbach
Franz Christian Lerse Johannes Kahler
Carl Ludwig Engelbach Ludwig Hermann Roeck Friedrich August Engelbach Wigand Kahler
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50. Literaturverzeichnis



qf10 Nr. 10, quai Finkwiller, Strasbourg

Das schmale, vierstöckige Haus von Friedrich August Engelbach in Straß- burg stammt aus dem 18. Jhdt. Es war in Familienbesitz, bis
die Nachkommen infolge des Krieges von 1870/71 für Frankreich optierten und die Stadt verließen. Es liegt am Ufer der Ill, unweit von "La Petite France". Über die nahe Brücke gelangt man zur gegen- überliegenden Kirche St.Thomas, deren Orgel Albert Schweitzer häufig spielte. Goethe absolvierte im Kapitelsaal des Thomanum seine Examina.

Friedrich August Engelbach, * Buchsweiler 15. 4. 1772, + Straßburg 4. 3. 1826,
Immatrikulation Erlangen 27. 4. 1791 Jura, Giessen 25. 10. 1793,
Göttingen 7. 5. 1794, Advokat und Schriftsteller


Nachruf

Friedrich August Engelbach, Advokat

Im Frühjahr 1826 starb der, besonders im Fach der Politik durch ein eigenthümliches Talent ausgezeichnete Schriftsteller F. A. Engelbach. Die schätzbaren Beiträge, womit derselbe mehre der bekanntesten politischen Zeitschriften eine Reihe von Jahren hindurch in Menge bereicherte, hätten
ihm einen ehrenvollen Rang in der publicistischen Literatur gesichert, wenn er nicht streng seine Anonymität, auf die er nie verzichtete, so sehr die Billigkeit und Mäßigung seiner Grundsätze es gestatten mochten, bewahrt hätte.


Die erste Bildung fand Engelbach auf dem Gymnasium zu Buchsweiler, seiner Vaterstadt, das damals durch mehre ausgezeichnete Gelehrte glänzte.
Volle Gewandtheit in der französischen Sprache gab ihm ein Aufenthalt in
der französischen Schweiz. Zu Jena und Göttingen vollendete er seine akademischen Studien, die sich vorzüglich auf Rechtsgelehrsamkeit, als eigentlicher Fachwissenschaft, auf historische und sämmtliche politische Wissenschaften erstreckte. Lebendige Neigung, noch mehr aber die damalige Lage Europas, wo die französische Revolution, als ein Extrem, mit dem alten Herkommen, als dem andern, in vollem Ringen war, trieb ihn zu diesen
Studien an. Welch seltenes Geschick, auf noch stätem Boden ruhiger Zuschauer dieses ungeheuern Kampfspiels zu sein, die Beobachtung der Wirklichkeit mit den Lehren der Theorie nach Muße zu verbinden. Trefflich nützte Engelbach diese Lage; immer jedoch wie es dem Alter und Charakter des Jünglings ziemte, indem er dem Gedeihen gesetzlicher, von Excessen geläuterter Freiheit im französischen Vaterland huldigte. Eine Anstellung bei Bacher, damals französischem Residenten zu Basel, in der wichtigen Epoche preussischer und spanischer Friedensschlüsse, fügte bald praktische
Erfahrung den erworbenen Kenntnissen bei und gestattete tiefe Blicke in
die verworrenen Verhältnisse und Staatszwecke der europäischen Mächte.
So gewann Engelbach jenen richtigen Blick in der Politik, der ihn fortan auszeichnete.

Bei einigermaßen hergestellter Ruhe in Frankreich wandte er sich nach Straßburg, woselbst er bald den Advokatenstand ergriff, zu dem ihn gründliches Rechtsstudium eignete und dem er seitdem mit ebenso viel Einsicht als Eifer und Redlichkeit oblag. Jeder Augenblick der Muße verblieb jedoch der Lieblingsneigung, der Beobachtung der Weltbegebenheiten, gewidmet. Mit unersättlicher Gierde verschlang Engelbach, was Fama Neues brachte: Zeitungen, Broschüren, größere den Zeitläuften gewidmete Werke, nichts durfte seinen Blicken entgehen. Die hieraus gewonnene Ausbeute an Nachrichten und Ansichten wurde noch durch Verbindungen mit einer Menge
Personen, die ihre Lage in den Stand versetzte, schnell sich von den Zeitereignissen zu unterrichten, und durch die Benutzung aller dahin abzweckenden Anstalten ergänzt. Leicht anschmiegend im Umgang, durch zuvorkommendes Darbieten erwidernde Mittheilung erregend, verstand Niemand besser als er, alle Quellen fließen zu machen. Keine Mühe, kein Opfer ward gescheut, jede Neuigkeit gewissermaßen auf der That zu haschen, mit den Begebenheiten gleichen Schritt zu halten. Solchergestalt alle Thatsachen, Ueberlieferungen oder Sagen erfassend, Alles in einem trefflichen Gedächtniß ohne Verwirrung verwahrend, mit richtigem Blick möglichst das Wahre vom Falschen sichtend, entwarf er die lehrreichen Berichte über die Ereignisse des Tages, womit Engelbach sowol die Zeitblätter als die größern periodischen Archive für Zeitgeschichte, deren Mitarbeiter er war, so fleißig ausstattete. Nicht weniger gelangen ihm analytische Bearbeitungen aus Broschüren und größern Werken. Sein Styl war fließend, klar und faßlich, ohne Anmaßung und Uebertreibung, ganz der historischen Darstellung und den Bedürfnissen eines ausgedehnten Publicums angemessen. Billigkeit, ernstliches Streben nach Wahrheit, Entfernung von jeder blinden Parteisucht gaben Engelbach's Darstellungen einen unverkennbaren Werth und machten sie zu einem wahren Gewinn für den Leser, dem sie die Thatsachen möglichst richtig vor Augen brachten und ihn selbst zu urtheilen befähigten. Zuverlässig besaßen die Institute, die sich seiner Theilnahme erfreuten, nie einen thätigern, einsichts- vollern und zuverlässigern Mitarbeiter. Zu großer Eifer, so viele Jahre hindurch oft bis tief in die Nacht fortgesetzte Arbeiten erzeugten ein chronisches Uebel, das, allen zur Wiederherstellung angewandten Mitteln trotzend, immer wiederkehrte und Engelbach im dreiundfunfzigsten Lebensjahre zu frühe seiner Familie, seinen Freunden und einer schönen Wirksamkeit entriß.

("Zeitgenossen: Biographien und Charakteristiken", von Friedrich August Koethe und Friedrich Arnold Brockhaus, 3. Band, Leipzig 1831)




Berühmte "Gießener"

jcg

Johann Caspar Göthe
Doktor beider Rechte 1739


gebü

Georg Büchner
Schriftsteller

jvl

Justus von Liebig
Chemiker


afk

August Friedrich Kekulé
von Stradonitz
Chemiker

wcrö

 
Wilhelm Conrad Roentgen
 Nobelpreis für Physik 1901
wli

Wilhelm Liebknecht
Journalist, Revolutionär







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